
Fetale Reduktion
Höhergradige Mehrlingsschwangerschaften haben deutlich höhere Risiken für Frühgeburt, Wachstumsrestriktion und mütterliche Komplikationen. Die fetale Reduktion senkt diese Risiken. Entscheidung erfolgt gemeinsam, der Eingriff ultraschallgesteuert um die 11. Schwangerschaftswoche.
Wann sinnvoll?
Bei Drillingen oder mehr; auch bei Zwillingen mit mütterlichen Vorbelastungen (Frühgeburtsanamnese, Herz-/Nieren-/Diabeteserkrankungen, kleiner Uterus). Entscheidung gemeinsam mit Familie und Perinatologen.
Durchführung
In der 11. SSW. Ultraschallgesteuerter Zugang mit dünner Nadel, Lokalanästhesie, 15–20 Minuten. 24 Stunden Schonung, danach Routinebetreuung.
Risiken und Erfolge
Risiko eines totalen Schwangerschaftsverlusts 1–3%. Frühgeburtenrate sinkt deutlich, mittlere Geburtswoche steigt.
Ethische und psychologische Begleitung
Schwierige Entscheidung. Beratung und ethische Begleitung werden angeboten; Entscheidung bleibt bei der Familie.
Behandlungsablauf
- 1Ultraschallbewertung
- 2Verfahrensplanung
- 3Fetale Reduktion
- 4Nachsorgeüberwachung
Für wen geeignet?
- Drillinge und mehr
- Risikobedingte Zwillingsschwangerschaften
- Risikoreiche monochoriale Schwangerschaften
Häufige Fragen
In welcher Woche?
Optimal in der 11. SSW; möglich 10.–13. SSW.
Risiko Totalverlust?
Etwa 1–3% in erfahrenen Händen.
Wie wird der Fötus ausgewählt?
Position, Entwicklung, Genetik – durch Perinatologen.
Normale Nachsorge?
Ja, Standard-Pränatalbetreuung.