
PRP-Behandlung (Eierstock & Gebärmutter)
PRP (Plättchen-reiches Plasma) wird in der Reproduktionsmedizin zunehmend als adjuvante Therapie bei niedriger Eizellreserve und dünnem Endometrium eingesetzt. Aus dem Eigenblut zentrifugiertes Plasma, reich an Wachstumsfaktoren (PDGF, VEGF, EGF, TGF-β), wird in das Ovar oder die Gebärmutterhöhle injiziert. Anwendung in selektierten Fällen, mit umfassender Aufklärung.
Ovarielle PRP
Bei niedrigem AMH, geringem Follikelcount oder frühen Wechseljahressymptomen wird PRP ultraschallgesteuert in den Eierstock injiziert. Ziel ist die Aktivierung funktioneller Reserve. Eingriff ca. 30 Minuten unter Sedierung. 2–3 Monate Hormonkontrolle, dann ggf. IVF.
Uterine PRP
Bei dünnem Endometrium (<6–7 mm) oder wiederholtem Implantationsversagen wird PRP per Katheter in die Gebärmutter eingebracht. PRP fördert Endometriumdicke und Angiogenese; 5–10 Minuten, ohne Narkose.
Ablauf und Sicherheit
Eigenblut, daher minimal allergische und Infektionsrisiken. 20–30 ml Blut, Zentrifugation, Aktivierung, Injektion. Leichte Krämpfe möglich, schwere Komplikationen sehr selten.
Realistische Erwartungen
Keine Garantie für Schwangerschaft. Bei richtiger Indikation moderate Verbesserungen von AMH und Endometriumdicke; einige Studien zeigen 10–20% höhere Schwangerschaftsraten bei dünner Schleimhaut.
Behandlungsablauf
- 1Blutentnahme
- 2PRP-Vorbereitung
- 3Ovarielle oder Uterine Injektion
- 4Hormon- und Endometriumkontrolle
Für wen geeignet?
- Niedriges AMH und Reserve
- Frühe Wechseljahressymptome
- Dünnes Endometrium
- Wiederholtes Implantationsversagen
- Endometriumatrophie
Häufige Fragen
Garantiert PRP eine Schwangerschaft?
Nein, ergänzende Therapie.
Wie viele Sitzungen?
Ovariell meist 2 im Abstand von 2–3 Monaten; uterin oft eine Sitzung vor Transfer.
Hormonelle Änderungen?
Vorübergehende AMH-/Folikelverbesserung möglich, individuell.
Ersetzt PRP die Spende?
Nein, bei stark reduzierter Reserve bleibt Eizellspende verlässlicher.